Chronische Gelenkentzündungen
Bei RA greifen körpereigene Stoffe die Innenhaut der Gelenke an. Die Folge dieser Angriffe ist eine chronisch entzündete Gelenk-Innenhaut. Diese führt dazu, dass die Gelenke druckempfindlich sind, schmerzen, anschwellen und mit der Zeit versteifen können. Dieser Prozess der Gelenkzerstörung kann unbehandelt bis zum Verlust der Bewegunglichkeit führen. Die ersten Symptome sind jedoch meist unspezifisch: Chronische Müdigkeit und leichtes Fieber können erste Anzeichen für RA sein. Für die meisten Betroffenen stehen diese Beschwerden in keinem Zusammenhang mit einer ernst zu nehmenden Krankheit. Erst im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu den charakteristischen Gelenkschmerzen und –schwellungen sowie einer Morgensteifigkeit der Gelenke, die meist über eine Stunde andauert.
Die Erkrankung beginnt meist in den kleinen Gelenken der Finger (z.B. Fingergrundgelenke) und Füße und schreitet dann fort. Neben den Gelenken können auch die Haut (s.g. "Rheumaknoten"), die Speichel- und Tränendrüsen (im Rahmen des sog. Sicca- oder Sjögren-Syndroms) sowie seltener innere Organe betroffen sein. Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sowohl schleichend als auch schubweise zu Verschlechterungen des Krankheitsbildes führen. Die frühzeitige Diagnose und eine rechtzeitig eingeleitete Therapie können die Gelenkzerstörung verzögern oder aufhalten.
Rheumatoide Arthritis: Eine folgenschwere Autoimmunerkrankung
Während "Rheuma" ein relativ unscharf definierter Sammelbegriff für verschiedene rheumatische Erkrankungen ist, zum Beispiel auch die Arthrose, bezeichnet "Rheumatoide Arthritis" (kurz: RA) eine ganz bestimmte Form des chronisch-entzündlichen Rheuma: RA ist eine Autoimmunkrankheit. Autoimmunerkrankungen sind durch eine falsche "Programmierung" des menschlichen Abwehrsystems gekennzeichnet. Der Körper bekämpft sich sozusagen selbst. Wie es zu dieser Fehlprogrammierung kommt, ist bis heute noch nicht im Detail geklärt. Man weiß jedoch, dass bestimmte Zellen und Botenstoffe eine Schlüsselrolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Krankheit spielen. Mit der Diagnose RA ist man als Betroffener nicht allein: Rund 800.000 Menschen sind in Deutschland von dieser Autoimmunerkrankung betroffen.

Die Rheumatoide Arthritis (kurz: RA) ist eine folgenschwere Autoimmunerkrankung
Bei dieser Krankheit bekämpft sich der Körper sozusagen selbst: Körpereigene Stoffe greifen die Innenhaut der Gelenke an, wodurch sich diese entzünden. Die chronische Entzündung führt zu starken Schwellungen sowie Berührungs- und Bewegungsschmerzen.
Diagnose im Frühstadium ist schwierig – aber notwendig!
Grundsätzlich gilt: Je früher Rheumatoide Arthritis (RA) erkannt wird, desto besser. Die Gelenkzerstörung, schwerste Folge der Erkrankung, die unbehandelt zum Verlust der Beweglichkeit führen kann, setzt bereits in den ersten Krankheitsmonaten ein. Oftmals stellt sich beim Thema Diagnose jedoch das erste Problem: Aufgrund der anfangs unspezifischen Krankheitszeichen, wie z. B. Müdigkeit oder leichtes Fieber, ist es sowohl für den Arzt als auch für den Betroffenen sehr schwierig, eine RA im Frühstadium zu erkennen. Erfahrene Fachärzte (vor allem Rheumatologen) bedienen sich verschiedener Verfahren, um die Erkrankung eindeutig diagnostizieren zu können.
Diagnose im Frühstadium ist schwierig – aber notwendig!
Neben der körperlichen Untersuchungen werden Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Laborwerten (z.B. "Rheumafaktor" und Entzündung im Blut) durchgeführt. Gängige bildgebende Verfahren sind das Röntgen sowie heute zunehmend die Arthrosonografie (Gelenk-Ultraschall). Hierbei lassen sich Veränderungen und eventuell vorhandene Schäden der Gelenke deutlich erkennen. Noch detaillierteren Aufschluss geben bei Bedarf Untersuchungen wie die Kernspintomografie (MRT) und die Computertomografie (CT). Verbesserungen in der Frühdiagnose der RA ergeben sich derzeit durch den Einsatz von neuen, spezifischen Bluttests sowie standardisierten Fragebögen.
Bei konkretem Verdacht auf Rheumatoide Arthritis ist wichtig, dass die/der Betroffene schnell vom Hausarzt zu einem Spezialisten (meist ein Rheumatologen) überwiesen wird. Nur ein mit dem Krankheitsbild gut vertrauter Arzt kann die Diagnose sichern und anschließend geeignete Therapien einleiten.
Hoffnung für Betroffene – Fortschritte in der Rheuma-Therapie
Obwohl Rheumatoide Arthritis (RA) bisher nicht heilbar ist, hat die Forschung in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Beschwerden können gelindert werden und Folgeschäden wie die Gelenkzerstörung, die im schlimmsten Fall zu Invalidität und Erwerbsunfähigkeit führen kann, können oftmals verhindert werden. Hierfür ist die frühe Diagnose der Erkrankung und der möglichst frühzeitige Einsatz von effektiven Therapien ausschlaggebend. Ziele moderner RA-Therapien sind
- den Entzündungsprozess zu unterbrechen
- Gelenkschwellungen und -schmerzen zu reduzieren
- die Gelenkzerstörung aufzuhalten
- die Beweglichkeit der Betroffenen zu erhalten.
- Beschwerden außerhalb der Gelenke (wie Müdigkeit und Blutarmut) zu reduzieren
- Folgeschäden an den Organen zu verhindern.
Dieser Zielsetzung ist man mit dem Einsatz von innovativen, zielgerichtet wirkenden Medikamenten, den so genannten Biologika, einen großen Schritt näher gekommen.
Hoffnung für Betroffene – Fortschritte in der Rheuma-Therapie
Biologika sind biotechnologisch hergestellte, therapeutische Antikörper, die gezielt in den Entzündungsprozess der RA eingreifen.
Zwei Vertreter dieser neuen Generation von Wirkstoffen sind Rituximab, das als erste Therapie bei RA auf entzündungsverursachende B-Zellen wirkt und Tocilizumab, das die Wirkung des Botenstoffs Interleukin-6 hemmt, der an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Entzündung beteiligt ist.
Weiterführende Informationen über diese beiden Therapieoptionen erhalten Sie im Folgenden.



